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Samstag, 01. August 2009

Das 7. Villa Abenteuer, wieder ein Erfolg

26 Jugendliche und 7 Betreuer bestritten in der Woche vom 13.-17.Juli das 7. Villa Abenteuer in Braunshausen.

Eine therapeutische Freizeit, die vom Verein von Betroffenen für Betroffene  zum 7. Mal und 3. Mal von der Antonia-Ruut-Stiftung unterstützt wurde.  Bei dieser  therapeutischen Freizeit wird mit den Kids  und unterstützt von Trainern des Erlebnispädagogischen Zentrums Saar (EPZ-Saar)ein anstrengendes, hochwertiges erlebnispädagogisches Programm absolviert.

„Ziel der einzelnen Tagesaktionen ist es, die persönliche Komfortzone, also der Lebensbereich in dem man sich sicher fühlt, zu verlassen und zu erweitern. Das heißt, man überschreitet kontrolliert und sicher eine rote Linie“, so Ramona Richter vom EPZ, in diesem Jahr Cheftrainerin für die Villa Abenteurer, am Montag zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Während des Eingangsgespräches wurden hier Ziele und Erwartungen der Kids gesammelt, notiert und daraus ein Vertrag über die Regeln geschlossen, den alle Teilnehmer mit ihrer Unterschrift besiegelten. Für das Betreuerteam der Villa Kunterbunt standen noch weitere Ziele im Vordergrund: Die Beobachtung der jungen Patienten in Alltagssituationen, weit entfernt vom Klinikalltag war für das Team am wichtigsten. Für die Patienten wurde die Verarbeitung der Erkrankung vorranging gesehen.

Den jungen Menschen das Gefühl zu geben, einmal nicht als Exot im Mittelpunkt zu stehen, sondern einer von vielen mit gleichen  Erkrankungen zu sein ist eine gute Erfahrung. Von gleichaltrigen Teilnehmern zu lernen war ebenfalls  eine tolle Bereicherung. Für die vielen Diabetiker im Teilnehmerteam war die Erfahrung wichtig, den Bedarf an Kohlehydraten und entsprechenden Insulindosen unter Höchstbelastung erkennen zu können. So wurden für diese Patientengruppe mehrfach täglich zusätzliche Blutzuckerkontrollen durchgeführt. Die onkologischen Patienten hatten die Möglichkeit, im Krankenhaus erlebte Traumata zu verarbeiten und sich zu beweisen, zu welchen Leistungen sie in der Lage sind. Das Gefühl die Kontrolle über den eigenen Körper zurück zu bekommen  und die Möglichkeit, in einem Moment der Angst „Nein“ sagen zu können ohne das dies negative Auswirkungen hat, sollte für diese Patienten die wichtigste Erfahrung sein. Im Anschluss an die Eingangsrunde ging es blind, geführt von den Betreuern der Villa über Felder und durch einen Wald. Wichtig um, sofern nicht schon vorhanden, Vertrauen zwischen Teilnehmern und Betreuern zu entwickeln. Eine weitere Aktion, in der aus vorgegebenen Materialien ein Katapult gebaut wurde mit dem man Wasserbomben verschießen konnte beschloss den Tag. An den folgenden Tagen wurden die Erfahrungen beim paddeln auf dem Bostalsee, beim Klettern, Mountainbiken und im Hochseilgarten vertieft. Alle Teilnehmer wurden am Freitag heil und um einige positive Erlebnisse reicher den Eltern wieder übergeben.